Samstag, 2. Mai 2009


Bevor wir uns dann aber endgültig mit der wenig vertrauenserweckenden 70er-Jahre-Autofähre auf die Südinsel  bequemen mussten, um uns dort einem geregelten Alltag zu fügen, brauchten wir noch ein Wenig Urlaub. 















Da schien es uns gerade richtig in den Marlborough Sounds in einem netten Hostel mit Außenwhirlpool und ausreichendem Freizeitangebot abzusteigen. 
So konnten wir dann erholt gen Norden aufbrechen... 

Nach unseren Wanderungen durch das schöne Fjordland, galt es die Südinsel weitestgehend zu erkunden. Dabei ging esim Zick-Zack-Kurs durch die unterschiedlichsten Landschaften. Dabei führte unser Weg unter anderem in das sehr britische Dunedin und zu dem Fox- und Franz-Joseph-Gletscher. 















Am Franz-Joseph-Gletscher versuchten wir uns ein wenig am Eisklettern, stellten dann aber fest, dass die Bodenverhältnisse mitunter eher ungeeignet für Jeans und Sneakers sind. 
Dafür lässt es sich so wunderbar über glatte Steinwände springen.













Dienstag, 24. März 2009

Fahren, Wandern, Wundern.






So, nun bin ich nicht mehr allein! Ich habe -zu meiner allergrößten Freude- den werten Christopher als Reisegefährten dazu gewonnen. Fein, fein! Gemeinsam haben wir uns dann entschieden einen weiteren Reisgefährten mit ins sprichwörtlich Boot zu holen: einen wunderschönen Minivan (2 Sitze und ein großes Bett).  
Gemeinsam eignen wir uns jetzt den Raum "Südinsel" an. Von Christchurch ging es durch Canterburry ins atemberaubende Fjordland, wo wir einige Wanderungen gemacht haben. Den Routeburn Track, einen der so genannten "Great Walks", haben wir noch mit Jörg und Thomas zusammen absolviert, den weitaus längeren Hollyford-Track mussten wir dann zu zweit bestreiten. Die Landschaft dort ist wirklich so unglaublich, wie man sie aus den "Herr der Ringe" Filmen kennt. 

Ansonsten gewöhnen wir uns gerade mehr und mehr an die hiesigen Eigenheiten. Ein angetrunkener Architekt aus München hat die Mentalität der Kiwis zwar etwas pauschal aber recht schön auf folgende Formel heruntergebrochen: Irgendwie lebt hier jeder seinen Traum von Großbritannien oder dem Wilden Westen. Eine Formulierung, an die man sich hier des öfteren erinnert fühlt. 

Jetzt müssen wir leider unsere touristischen Aktivitäten einschrenken und nach Wellington aufbrechen, wo wir uns um Arbeit bemühen werden. Schade eigentlich! 

Dienstag, 10. März 2009

Die Südinsel.






So! Von Auckland nach Christchurch geflogen. Viel durch die Stadt gelaufen. Museen besucht. In Parks gelegen. Lecker Café mit Blueberry-Cheesecake-Muffins gefuttert. Jörg und Thomas getroffen. Muffins gefuttert. Zu dritt in den Abel Tasman National Park gefahren. Viel gewandert. Kajak gefahren. Wieder nach Christchurch getrampt. In Sumner ein Zimmer nahe des Strandes genommen. Immer noch Müßiggang.   

Sonntag, 22. Februar 2009

Treibgut.





Bluff? Ach ja, so heisst der Ort am Südkap Neuseelands. Ich bin aber gerade im hohen Norden und reise so ein bisschen vor mich hin. Besser kann ich das wirklich nicht beschreiben, denn ich lasse mich wirklich fast ziellos treiben. Fast, denn meine Ziele sind schon immer die guten Surfspots, aber der Weg zu eben diesen kann auch mal einige Tage Hin und Her trampen bedeuten. Mit einem dänischen Pärchen habe ich mich beispielsweise so gut verstanden, dass ich mit Ihnen zum Cape Reinga -dem Nordkap- gefahren bin und mit ihnen dort gezeltet habe. Dann kann man schon mal ein paar Tage länger brauchen...
Die meiste Zeit habe ich aber in der wunderschönen Endless-Summer-Lodge übernachtet. Ein guter Platz um entweder faul in den Tag zu leben, oder in der Shipwreck Bay mit anderen Müßiggängern dem Surfen nachzugehen.  
Ab morgen geht es dann nach Christchurch auf die Südinsel. Natur anschauen!

Freitag, 6. Februar 2009

"We used to get our kicks reading surfing-magazines...





...bein' the kind of people the authorities can't reach!", schallt es durch meine Kopfhoerer (The Go-Betweens), waehrend ich anbends am Stand entlang schlendere und mich von den Anstrengungen des Tages regeneriere. Seit Montag lerne ich surfen und es ist wirklich sehr anstrengend und schmerzhaft (eitrige Knie, staendiger Muskelkater, wunde Schenkel und poroese Haut), aber man hat auch schnell Erfolgserlebnisse. Ich bin bereits nach einer Stunde aufs Brett gekommen und von da an war ich infiziert.
Mittlerweile bin ich soweit, dass ich ausserhalb der Brandung rittlings aus meinem Board sitze und auf den Ozean starre, um irgendwann in die passende Welle zu paddeln. Man ist da draussen auf dem Deck wirklich in einer voellig entrueckten, eigenen Welt, in der man verharrt, ohne an irgendwas zu denken. Ich glotzte dabei wirklich nur auf die Wellen am Horizont und ruhe im geistigen Leerlauf voellig in mir selbst.
Dann, wenn ich irgendwann eine passende Welle ausgemacht habe, versuche ich auf dieser zu reiten -was mir immer oefter gelingt- und dann muss ich wieder durch die Brandung hinauspaddeln. Das ist zwar sehr anstrengend, aber das Gefuehl, das man hat, wenn man die Welle bekommt, entschaedigt wirklich fuer alles. Wenn man dann wieder am Strand ist, will man so schnell wie moeglich wieder raus. Es handelt sich also um eine klassische Suchtspirale, in der ich mich hier befinde und ich sehe keine Veranlassung diese wieder zu verlassen...

Montag, 2. Februar 2009

Taupo Bay.



Kurz aus der Kerikeri rausgelaufen. An die Ausfahrt des Kreisverkehrs in Richtung Norden gestellt. Daumen raus. Nicht einmal zehn Minuten und ich sitze bei einer betagten Dame mit ihren Enkelkindern auf der Rueckbank. Nicht viel mehr als eine Stunde und meine naechste Station ist erreicht: Taupo Bay! Ein wirklich wunderschoener Ort im hohen Norden Neuseelands! Eine wunderschoene Bucht mit feinsten, sauberersten Sandstrand und konstanten mittelhohen Wellen. Als ich hier ankam musste ich sofort in die Fluten springen und in der Brandung spielen- und das nicht einmal alleine. Zur Begruessung sprang eine zehn bis zwoelf Tiere unfassende Delphinfamilie um die Schwimmer und Surfer herum.
Die Bucht wird zu beiden Seiten von malerischen Klippen umschlossen von der die eine mir heute als Schlafplatz dienen soll. Kurz vor Daemmerung also passende Ausruestung fuer den Aufstieg zusammengesucht: Badehose, Wanderstiefel (Converse), Honeyheads-T-Shirt, Schlafsack, Bier und ein wenig Kleinkram zur Unterhaltung. Dann meine erste Nacht unter freiem Himmel verbracht. Zum einschlafen der Brandung gelauscht und mich in der Milchstrasse verloren. Herrlichen Sonnenaufgang erlebt. Beste Voraussetzungen fuer meinen ersten Tag als Surfschueler...

Donnerstag, 29. Januar 2009

Arbeitslos und glücklich!





Ha! Auf einmal ist meine Arbeitswoche kein solche mehr! Nachdem am Montag ein bezahlter Urlaubstag, der Feiertag der Region Northland war, wurden wir Backpacker auf einmal mitten während unserer Mittwochsschicht nach Hause entlassen und auch für den folgenden Tag nicht beschäftigt. So etwas kann hier bei diesen Jobs wie mir gesagt wurde immer sehr schnell gehen. Na ja! Die freien Tage wurden gut genutzt. Ich hatte viel Zeit um meine Datenerhebung voran zu bringen. Außerdem habe ich mit einem anderen Backpacker die Rainbow Falls besucht. Der Name dieses Wasserfalls leitet sich von der Aussicht, die man von den Felsen oben auf den Fällen ab, denn wenn die Sonne scheint erscheint einem aus dieser Perspektive der gesamte Wasserstral im Regenbogenspektrum. Wirklich wunderschön! Außerdem konnte man hinter die Kaskaden schwimmen und von den Felsen durch den Wasserfall hindurch springen. DAS MACHT SPAß!

Ach ja, man kann ab jetzt auch unregistriert posten! ;-)

Samstag, 24. Januar 2009

Zwischen den Welten





Als ich den Raum betrat, sah ich wie ein spindeldürrer Kahlkopf gerade eine Dose "Backed Beans" der Firma Heinz in den Wasserkocher entleerte und mein erscheinen mit dem lakonischen Kommentar "Backpacking is Filth!" würdigte. Es war etwa 13:00 Uhr und vermutlich der heißeste Tag den das neuseeländische Northland dieses Jahr erlebt hatte. Nachdem ich mich quer durch die Behäbigkeit in die der kleine Ort Kerikeri von einer Hitzeglocke gehüllt wurde zum Aranga Backpackers geschleppt hatte, bekam ich das wohl anstrengendste Zimmer, das ich bisher auf meiner Tour hatte. Eine Gruppe von Südamerikaner und Briten hatte diesen Raum zu ihrem inoffiziellen Gesellschaftsraum (Saufen, Kiffen und, naja, "Kochen") auserkoren und das sollte nun für die Nächste Woche nebenbei auch die Stellung meines Schlafzimmers einnehmen. 
Kerikeri ist ein guter Ort für alle die Arbeit suchen und ich war auf der Suche nach Arbeit! Ich hatte nachdem ich von Auckland in Richtung Norden aufgebrochen war einige Tage in der wunderschönen Bay of Islands verbracht und in diesen touristischen Gefilden meine Reisekasse etwas überbeansprucht. Ich habe zuerst eine Woche auf einer "Organic Farm" gegen Unterkunft und Nahrung als so genannter WWOOFer (Willing Worker On Organic Farms) gearbeitet und bin dann in eine der landwirtschaftlichen Metropolen gefahren. Dort angekommen musste ich mich mit etwas Gewallt an die Lebensweise des frühen Aufstehen, acht Stunden arbeiten und dann das Bachpacker-Laissez-Faire bis in die Nachtstunden pflegen, anpassen. Mittlerweile bin ich aber in einem weitaus ruhigeren Zimmer abgestiegen und konnte mich wieder regenerieren. Das Leben aus dem Rucksack in manchmal ziemlich anstrengenden Unterbringungen, fällt mir nach drei Wochen immer leichter und ich genieße meine freie Zeit hier in vollen Zügen. Es ist wirklich ein Gefühl der völligen Freiheit in einem fernen Land, bloß mit einem Rucksack ausgerüstet und so ganz ohne "zu Hause" irgendwie immer mobil zu sein. Ich bin viel an den wunderschönen südpazifischen Stränden, mache Kajaktouren, wandere durch Vulkanlandschaften oder besuchen einen Wasserfall (es gibt hier wirklich unzählige davon). Heute war ich beispielsweise mit einigen Arbeits-/Backpackerkollegen an einem wunderschönen Surfstrand. Sehr angenehm!
Ansonsten arbeite ich fleißig. Bisher habe mich auf der "Organic Farm" um Tiere und Pfanzen gekümmert, bei der Heuernte die Strohballen auf einen Traktoranhänger geworfen, Kiwipflanzen entknotet und Avokandos am Fließband in Kisten gepackt. Ab nächster Woche ist dann aber wieder etwas Freizeit angesagt, dann  mache ich mich auf die Suche nach den schönsten Wellen des Nordkaps. 

Mittwoch, 7. Januar 2009

In Auckland angekommen!








Nach etwa 36 Stunden Flugdauer mit einigen Unannehmlichkeiten (Ich habe jetzt aufgrund eines Schreibfehlers in meinen Papieren die Identität von Herrn Jeglinksi angenommen), bin ich dann zwar etwas gerädert aber guter Dinge in Auckland angekommen und wurde erst einmal von dem freundlichen Weihnachtsmann begrüßt, der direkt vor meinem Zimmerfenster aufgestellt wurde. Während der Ladenöffnungszeiten bewegt er die ganze Zeit seinen Zeigefinger, so im Stile der Hexe, die Hänsel und Gretel in das Pfefferkuchenhaus lockt. Sehr gespenstisch!
Nach einem Erholungstag am Strand, habe ich eine erste Erkundungsfahrt auf die nahegelegene Vulkaninsel Rangitoto gemacht. Großer Krater, Lavahöhlen und Traumstrände...